Faszientraining mit der Rolle

In den letzten Wochen und Monaten mehren sich die Stimmen, die den Einsatz einer Faszienrolle kritisch sehen. Meistens konzentriert sich die Kritik auf den Druck, der natürlich nicht nur auf die Faszien selbst – also das Bindegewebe – wirkt, sondern eben auch auf die umliegenden Strukturen wie Muskeln, Gefäße und Bänder, Kapseln, sowie Sehnen. Diese kritische Auseinandersetzung ist nicht nur richtig, sondern auch wichtig um die Wirkmechanismen und Anwendungsbereiche der Faszienrollen besser verstehen und definieren zu können. Denn bisher wurden diese Rollen allzu oft als eine Art Wundermittel in der Therapie und im Sport angepriesen, ohne dass dafür eine wissenschaftliche Grundlage vorliegt. Ein weiteres Problem ist, dass es „die“ Faszienrolle nicht gibt, da sich die verschiedenen Hersteller untereinander kaum vergleichen lassen, weil eben Härtegrad und Materialbeschaffenheit zum Teil erheblich differieren. Dass der ein oder andere Anwender ins Grübeln kommt, ist angesichts der kritischen Töne nicht verwunderlich. So wurden beispielsweise bei einer Studie Gewebeverdickungen bei Sportlern festgestellt, die die Rolle täglich benutzen. Darüber hinaus steht immer noch eine – mögliche, aber bisher nicht bewiesene – Venenklappenschädigung bei Rollrichtung entgegen des Blutflusses zur Debatte, was nicht unbedingt zur Beruhigung des Verbrauchers beiträgt. Trotzdem ist dies aus heutiger Sicht und dem aktuellen Stand der Wissenschaft kein Grund nicht mit der Faszienrolle zu trainieren, solange man einige wichtige Dinge beachtet:

  1. Die Dosis macht das Gift: Übertreiben Sie es nicht mit dem Rollen und geben Sie so Ihrem Bindegewebe und den umliegenden Strukturen die Möglichkeit zur Erholung. Bei akuten Problemen kann durchaus täglich gerollt werden, ansonsten reichen ein- bis dreimal die Woche aus, je nachdem, wie verhärtet das Bindegewebe ist.
  2. Rollen Sie langsam! Die Faszienrolle soll ihr Bindegewebe lockern, für alles andere gibt es andere und meistens bessere Trainingsübungen. Die meisten Leute rollen viel zu schnell, so dass das Gewebe eher aktiviert wird. Das kann in Ausnahmefällen auf Grund des Drucks zu Gewebeschäden führen.
  3. Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers. Das Rollen/ Bearbeiten der betreffenden Körperpartie mit Faszienrollen bzw. den dazu gehörenden Kleingeräten ist unangenehm, wenn Ihre Faszien nicht locker sind (und dann ist der Einsatz sinnvoll). Es darf aber nicht zu einem klassischen Schmerz kommen. Genauso wenig sollte weiter gerollt werden, wenn es zu Ausstrahlungen in andere Körperpartien kommt. Der Schmerzreiz unseres Körpers ist nicht umsonst, sondern will uns etwas sagen. Deshalb ist es auch wichtig, dass Sie eine Rolle mit dem für Sie richtigen Härtegrad benutzen. Darüber hinaus sind zwingend die Kontraindikationen der Hersteller zu beachten! (beispielsweise: https://www.blackroll.com/de/kontraindikationen-blackroll)
  4. Investieren Sie in eine hochwertige/langlebige Faszienrolle. Da man mit Faszienrollen mittlerweile gutes Geld verdienen kann, gibt es eine Vielzahl von Herstellern, die ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Wichtig ist aber, dass Sie die für Sie richtige Rolle kaufen und darauf achten, dass sich deren Eigenschaften nicht nach kurzer Zeit verändern. Das Material spielt dabei die entscheidende Rolle, dieses muss langlebig sein und darf nicht von Umwelteinflüssen wie Hitze, Kälte, Nässe etc. negativ beeinflusst werden. Aus diesem Grund erhalten Sie bei uns auch nur Rollen von Blackroll™, da wir hier guten Gewissens Qualität und Langlebigkeit weiter empfehlen können.
  5. Lassen Sie sich von einem Experten einweisen. Auf Grund der oben stehenden Punkte ist es mehr als sinnvoll, dass Sie vor der ersten Benutzung Ihrer Rolle zumindest mit einem Experten, also Therapeuten/ Sportwissenschaftler sprechen, in wie weit der Einsatz für Sie zielführend ist. Immerhin handelt es sich hierbei um eine eigenständig durchgeführte Therapie und eine falsche Anwendung führt mindestens nicht zu den gewünschten Effekten, im schlimmsten Fall sogar zu negativen Auswirkungen.

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